Vorfreude, Nachfreude, Wiederkommen

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Schreibt mir zukünftige Gästin um 22:31 (!):

jetzt sind es nur noch wenige Wochen bis zu unserem Urlaub bei Ihnen auf dem Campingplatz.

Wir freuen uns schon alle sehr.

mfg Simone Z

Solche Mails kenne ich sonst nur von der unvergleichlichen Therme Rogner Bad Blumau

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(dem weltgrößten bewohnbaren Kunstwerk, dem einzigartigen Hundertwasser Hügeldorf).

Die machen das sehr schön als „Abwesenheitsnotiz“ an alle Zurückgebliebenen. Nett, aber halt vom Computer. So menschlich und fürsorglich die dort auch sind.

Wie kann es aber sein, dass ein noch nicht mal Gast was schreibt, was eigentlich mein Computer raushauen müsste? Ich selbst könnte es ja nicht bei einem noch nicht mal hier gewesenen Möchtegern Gast. Na gut, es gäbe Ausnahmen: Manche Telefongespräche oder Mails von schreibfähigen und ausdruckswilligen Interessenten machen mich schon neugierig auf die Menschen dahinter. Und – ja – manchmal entsteht Zuneigung schon gleich. Die sich dann oft auch bestätigt. Bis hin zu ergreifenden Gesprächen dann hier in der Idylle am See.

Bringt mich zur bisher heftigsten Folge von fetzigem Start am Telefon, abends kurz vor müde und eigentlich nicht mehr auf meinem Freundlichkeitszenit, einem furiosen Mittelteil hier mit zwei schier unglaublichen Geschichten und einem Nachspiel im Sinn von Nachfreude, die ich noch nicht hatte. Obwohl wir diesbezüglich doch schon recht verwöhnt sind.

Schreibt also Caterina T nach ihrem ersten nur 2 tägigen Aufenthalt, nachdem die beiden vor der Abfahrt sich einen der schönsten Dauerplätze ab sofort gekrallt hatten, nachts um 23.22

Liebe Familie Schießl,

vielen herzlichen Dank nochmals für den unvergesslichen Aufenthalt an einem versteckten, wunderschönen Ort.

Uns hat es supergut gefallen und wir haben die Tage auf dem Campingplatz sehr genossen.

Für mich haben sich mehrere Dinge, die sich durch mein Leben ziehen mal wieder bestätigt:

1. Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen

2. Es geschieht nichts durch Zufall im Leben

3. Für den ersten Eindruck gibt es keine 2. Chance ( und der hat auf Anhieb gepasst 🙂 )

Deswegen haben wir auch beschlossen, wir kommen wieder, auf Dauer 😉

Die Gebühr für das Wochenende habe ich direkt überwiesen auf das Sparkassenkonto mit der IBAN: DE71 75051040 0 190880526

Danke auch nochmal für die schönen Fotos von Ayla und das Vertrauen.

Geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Obwohl wir oft erleben, dass Gäste schnell von unserem Weichselbrunn Virus befallen werden. Der ist zwar freundlich, aber arg hartnäckig. Wir haben Fälle von 50 jährigen Infektionen. Weitergegeben bis in die vierte (!) Generation. Die Warnung steht ja schon lange auf unserer Homepage.

Bis vor kurzem war ich da eher hilflos, wenn es um meine eigenen Gefühle ging. Wir sind halt seit gut 20 Jahren hier in der Idylle hauptberuflich und hauptgefühlig. Ausserdem bin ich hier seit meinem 13ten Lebensjahr aufgewachsen, bis es mich in die große Stadt verschlug für Studium und 20 spannende Jahre, und habe mich damals mit 100 Mark aus meiner dadurch vollständig geplünderten Eisenbahnsparkasse eingekauft beim Start. Aber, ja, es ist schön hier, See und Wald und wenig Menschen aussenrum. Und unsere Einrichtungen sind eher gut. Und ja, wir sind meistens gut drauf, ausser bei rücksichtlosen Gästen, die dann nicht mehr Gäste sind. Aber wir kennen als selbst Camper mit Kindern und Hund auch viele schon sehr gute Campingplätze. Manche deutlich wuchtiger ausgestattet, manche viel größer, manche mit 2 Mio Investititonsvolumen pro Jahr. Einen mit einem unglaublichen Hallenbad für 12 Mio Euro. Ok, wir haben den See. Aber den hat er auch, kleiner zwar, aber seiner. Woferlgut, arg gut. Für insbesondere sportliche Menschen ein Traum am Großklockner. Waren wir 3 mal dort im Winterhalbjahr.

Worauf will ich raus? Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich nachts um 23 Uhr einen derartig wuchtigen positiven Text schreiben müsste über unser kleines Paradies (Bezeichnung ist nicht von mir). Wie eben die zwei Frauen oben. An doch eher fremde Menschen.

Bis wir zufällig Rogner Bad Blumau gefunden haben im letzten Herbst. Immerhin 500 km von hier entfernt hinter Graz. Beim legendären Fürstenfeld (STS: I wui hoam nach Fürstenfeld). Waren dann insgesamt bisher 4 mal dort. Das erste Mal nur 1 Tag. Dann wars klar, wir kommen wieder. Bald und länger. Obwohl ich gelinde gesagt Thermen stinklangweilig und zu voll in Erinnerung hatte. Kommen also wieder mit jedem uns lieben Menschen, der dabei sein will und 1000 km dafür fahren.

Wir leiden zwar auf höchstem Niveau bei dieser Fahrt, siehe

https://idylleamsee.com/2018/10/23/busserl-bekommen/

aber ist halt doch eher eine Tagesreise.

Herbst ist auch schon wieder gebucht. Dieser Laden dort ist so gut und schön oder auch schön und gut, dass ich mir besser nicht vorstellen kann und will. Mit Personal, in mindestens 2 Fällen mit einem Lachen und Gutdraufigkeit und Ernsthaftigkeit und Flexibilität beim Service, dass man schon deshalb wiederkommen möchte (Hannah und Amelie). Bei immerhin um die 300 (!) Mitarbeitern. Auch dort Gäste getroffen, die seit zig Jahren immer wieder kommen. Nach dem österreichischen und auch bayerischen Motto: Es gibt nichts Besseres als was Gutes.

(leider müssen Camper im 6 km entfernten Bad Waltersdorf übernachten, Blumau oder das Rogner Bad selbst haben bisher keine Stellplätze. Wir sind deshalb bald im Hotel gelandet und kommen jetzt auch nicht mehr davon los. Unser Busserl steht dann in der Tiefgarage, aber die Fahrerei, auch mit Fahrrad morgens und abends nach Bad Waltersdorf muss dann doch lieber nicht sein.)

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Dieses Erlebnis von 100% der Zeit dort Wohlfühlen und Geborgenheit, einschließlich Vorfreude und Nachfreude noch nachwirkend, verstehe ich jetzt obige Reaktionen und viele andere, die über camping.info und google bewertungen uns dankenswerter Weise viele Sterne und vielfältige Beschreibungen bescheren (die für uns sehr wichtig sind). Und viele, oft unglaublich freudige Äusserungen, am ersten Tag (es ist so schön, wieder hier zu sein), am vierten Tag (jetzt habe ich 3 Tage nachgedacht, was hier anders ist, ich höre nichts, ausser Vögel), bei der Abfahrt (können wir gleich für den Sommer reservieren bitte, den gleichen Platz). Geschichten über Kinder, die anderswo gern mal meckern, hier aber glücklich sind. Oft mal auch: „So lange wie hier habe ich lange nicht geschlafen“. Herr Ring hat das ja mal sehr schön auf den Punkt gebracht: Wir sind schließlich zur Erholung hier und nicht zum Vergnügen. Augenzwinkernd, denn wir hatten durchaus Spaß in manchem ausgefuchsten Wortwechsel.

Und seit das so zusammentrifft in mir, sehe ich auch den Nebel auf dem See beim morgendlichen Kanufahren und unsere zwei bis drei äusserst schönen Uferrundwege

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und zwei bis drei süchtig machenden Radwege (aus den ca. 20 bis 30 möglichen) und diverse Futterstellen am See und in der Nähe deutlicher, oder, wie man so schön sagt: mit anderen Augen. Mit der Konsequenz:

Im Sommerhalbjahr sind wir hier und tun was wir können für unsere Gäste und lassen uns mit der beschriebenen Art von Ansagen verwöhnen und im Winterhalbjahr lassen wir uns von anderen verwöhnen. Die haben mehr Personal.

Danke Allen für die Gründe, das hier geschrieben zu haben. Angesichts von Nebel auf dem See nach einem äusserst zahmen Gewitterlein um 3 Uhr nachts. Da dampfts besonders schön.

Als musikalischen Abschluß: „Here We Are“ (with Rodney Crowell) emmylou harris

Did you say that you’ve been searching for a place you’ve never been

Well here it is, here it is

Einer meiner Lieblingssongs, Liebe Grüße von Hannes Schießl

PS

Gab jetzt einige Gedanken und Fragen von Gästen dazu:

Sind diese beiden Idyllen / Paradiese denn vergleichbar?

Da gibt’s ein klares zunächst Nein aber bei näherem Hindenken Ja.

Dieses Rogner Baby ist einerseits unvergleichlich viel größer im Ausmaß und Bausubstanz und Service-Personal. Andererseits sind 312 Zimmer mit dann 700 Gästen nur ungefähr doppelt so viele glücklich zu machende Menschen, wie bei uns, wenn ebenfalls voll.

Apropos Rogner: Dessen Story (gibts als Buch) ist hoch interessant und ebenfalls viel wuchtiger als unsere. Andererseits gibts Gemeinsamkeiten: Nämlich eine große Lust an Qualität und Nachhaltigkeit und Ehrlichkeit.

Die Wasserfläche in Blumau ist beeindruckend groß und vielfältig für eine Therme. Und natürlich mit maximal 37 Grad wärmer als der Hammersee. Allerdings kann unsere Schönwettertemperatur mit um 25 Grad durchaus mit dem Sportbecken dort mithalten. Und jetzt kommts: Der Hammersee ist viel viel größer, vor allem länger, als die schönen Wasser von Blumau. So gern ich im Winter dort bin, so noch viel lieber schwimme ich im Hammersee so weit ich will und kann in eine Richtung, ohne irgendwem ausweichen zu müssen. Und unser schwimmendes Trampolin würde zwar dort in die Becken passen, aber dann wären sie voll. Die Früh Morgen Nebel Ansichten sind gleich schön, aber bei uns größer.

Smiley

Die ca. 5 eigenen Restaurants im Rogner Bad sind sehr gut und bequem und schön erreichbar innerhalb der wunderschönen Gänge und im Umkreis von ca. 300 Metern. Unsere nicht eigenen 4 sind im Umkreis von 1 km auf dem wunderschönen Seeuferrundweg (Kunst- und Wasser-Weg) erreichbar. Mit einem der besten Biere weit und breit.

Die beiden Umgebungen sind ähnlich schön und ländlich und weitläufig.

Hundertwasser können wir nicht, aber unser geschwungenes Grün-Dach und mancher Schmuck innen ist immerhin ein Schritt in diese Richtung.

Nachhaltig sind wir auch mit unserem Heizkraftwerk (Kraft-Wärme-Kopplung) und 42 qm thermische Solar Fläche. Blumau macht 100% der benötigten Wärmeenergie mit der 120° Mineral-Quelle des Salzsees aus 3000m Tiefe. Beide gut, wir schaffen um 90% nachhaltige Wärme-Versorgung.

Also? Durchaus vergleichbar.

Smiley

Also: Im Sommer zu uns, im Winter nach Blumau (oder auch Woferlgut).

Bin neugierig auf Kommentare dazu.

PS2

beim morgendlichen Schwimmen erkannt:

1. Unser See ist größer als klein und kleiner als groß. Also ziemlich beste Größe. Man kann diverse Ziele erreichen aber auch so weit geradeaus schwimmen, wie man mag und kann.

2. Die Waldkulisse ist zwar im Detail nicht so vollendet wie die wunderschönen Hundertwasser Fassaden, aber viel größer.

3. Die Anmut der Morgennebel ist identisch.


Siehe auch weitere bemerkenswerte Zuschriften von Gästen:

das-ist-so-beruhigend-und-wunderschön, mehr-brauchts-eigentlich-gar-nicht/

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Eine Antwort zu Vorfreude, Nachfreude, Wiederkommen

  1. Pingback: Zimmer 308 | See Camping Weichselbrunn's Blog

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